Kinesiotape Patella – Kniescheibenschmerz gezielt entlasten und Patellafehlstellung tapen

Kinesiotape Patella – Kniescheibenschmerz gezielt entlasten und Patellafehlstellung tapen

Kinesiotape Patella – Kniescheibenschmerz gezielt entlasten und Patellafehlstellung tapen

Du spürst einen Schmerz direkt unter oder rund um die Kniescheibe – besonders beim Treppensteigen, beim langen Sitzen oder wenn du in die Hocke gehst. Manchmal knackt es, manchmal ist die Kniescheibe beim Bewegen spürbar, manchmal ist es einfach ein diffuses Druckgefühl, das dich seit Wochen begleitet.

Kniescheibenschmerz – medizinisch als Patellofemoralschmerzsyndrom bekannt – ist einer der häufigsten Knieschmerzen überhaupt. Und kinesiologisches Taping kann gezielt helfen, die Patella in ihrer Bewegungsbahn zu unterstützen, die umgebende Muskulatur zu entlasten und Schmerzen zu reduzieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Patellofemoralschmerzsyndrom?

Die Patella – deine Kniescheibe – gleitet beim Beugen und Strecken des Knies in einer Rille am Oberschenkelknochen (dem Femur). Wenn diese Bewegungsbahn nicht optimal ist, weil die umgebenden Muskeln (vor allem der Quadrizeps und die Hüftabduktoren) ungleichmäßig stark oder gespannt sind, entsteht Reibung und Druck auf den Knorpel hinter der Kniescheibe.

Das Ergebnis ist der typische Patellaschmerz: beim Bergabgehen, beim langen Sitzen ("Kinogänger-Knie"), beim Kniebeugen oder beim Fahrradfahren. Besonders betroffen sind Läufer, Radfahrer, Wanderer und Menschen mit Muskeldysbalancen – häufig durch zu viel Sitzen.

Wie wirkt Kinesiotaping bei Kniescheibenschmerz?

Kinesiotape kann beim Patellofemoralschmerzsyndrom auf mehreren Wegen wirken. Durch die Stimulation der Hautrezeptoren verbessert das Tape das propriozeptive Feedback am Kniegelenk – du bewegst das Knie dadurch automatisch geführter. Gleichzeitig kann das Tape die umgebende Muskulatur ansprechen: einen überaktiven Vastus lateralis hemmen oder einen schwachen Vastus medialis aktivieren.

Studien zeigen, dass Kinesiotaping allein keinen dauerhaften Effekt hat – aber als Begleitung zu Physiotherapie und gezieltem Training kann es die Schmerzen kurzfristig reduzieren und die Therapie unterstützen. Viele Betroffene berichten, dass sie mit Tape wieder beschwerdeärmer laufen oder Sport treiben können, während der Aufbau der stabilisierenden Muskulatur noch läuft.

Welche Tape-Techniken gibt es für die Patella?

Es gibt drei Haupt-Techniken für das Patella-Taping mit Kinesiotape:

1. Patellazentrierung (Zugband-Technik): Ein Y-Tape oder ein gerader Streifen wird so angelegt, dass er die Patella leicht nach medial (zur Körpermitte hin) zieht. Diese Technik hilft besonders, wenn die Kniescheibe zu weit nach außen verschoben ist.

2. Quadrizeps-Muskeltechnik: Ein längerer Tape-Streifen entlang des Quadrizeps – vom oberen Kniepol bis zum Oberschenkel – hemmt Überanspannung oder aktiviert schwache Anteile. Je nach Richtung (von oben nach unten oder umgekehrt angelegt) verändert sich der Effekt.

3. Patellasehnen-Technik: Bei Beschwerden an der Patellasehne (Kniescheibensehne, z. B. bei Jumper's Knee) wird ein Tape direkt über die Sehne angelegt – mit leichtem Zug, um Druck und Zugkräfte auf die Sehne zu reduzieren.

Wie legst du das Tape für die Kniescheibe an?

Hier die Anleitung für die häufigste Technik – die Patellazentrierung mit einem Y-Tape:

Vorbereitung: Setze dich auf eine Tischkante, sodass das Knie in einem Winkel von etwa 30° gebeugt ist. Haut reinigen, trocknen, Ecken des Tapes abrunden.

Schritt 1: Schneide ein ca. 20 cm langes Y-Tape zu. Der Stiel des Y setzt ohne Zug unterhalb der Kniescheibe an – direkt an der Patellasehne.

Schritt 2: Den oberen Schenkel des Y führst du links um die Kniescheibe herum – mit leichtem Zug (ca. 25 %) – und setzt ihn ohne Zug am medialen (inneren) Oberkniepol ab.

Schritt 3: Den unteren Schenkel führst du rechts um die Kniescheibe herum – ebenfalls mit ca. 25 % Zug – und setzt ihn ohne Zug am lateralen (äußeren) Oberkniepol ab. Durch diese Umrahmung wird die Patella leicht zentriert und unterstützt.

Aktivieren: Tape kräftig einreiben, 30 Minuten warten.

Wie lange und wie oft solltest du tapen?

Die übliche Tragezeit beträgt 3 bis 5 Tage. Bei akuten Beschwerden kannst du direkt nach dem Ablösen neu tapen. Viele Patienten tapen parallel zur Physiotherapie über 4 bis 8 Wochen regelmäßig, bis die muskuläre Stabilisierung ausreichend trainiert ist. Danach brauchen die meisten kein Tape mehr.

Wenn die Beschwerden durch das Tape schlimmer werden oder sich nicht verbessern, lohnt ein Gespräch mit dem Physiotherapeuten über eine andere Technik oder Anlageposition.

Welches Kinesiotape eignet sich für die Patella?

Für die Patella eignet sich ein Tape in 5 cm Breite – damit lassen sich sowohl Y-Schnitte als auch gerade Streifen gut anlegen. Achte auf gleichmäßige Elastizität und einen hautfreundlichen Kleber, der auch bei Kniebewegungen nicht scheuert. Für filigranere Techniken direkt an der Patellasehne kann ein schmaleres Tape (2,5 cm) präziser sein.

In unserem Shop findest du Kinesiotapes in verschiedenen Breiten und Farben – für Knie, Patella und viele weitere Körperstellen.

Fazit: Kinesiotaping als Begleitung beim Patellaschmerz

Kniescheibenschmerz ist hartnäckig – aber gut behandelbar. Kinesiotaping ist eine sinnvolle Ergänzung zur Physiotherapie und kann helfen, Schmerzen im Alltag und beim Sport zu reduzieren, während du an der eigentlichen Ursache arbeitest. Die richtige Technik ist dabei entscheidend – lass dir die Anlage beim ersten Mal von einem Therapeuten zeigen und klebs dann selbst nach.

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