Kinesiotape Fersensporn anlegen – Anleitung & Tipps - vision-performance.de

Kinesiotape Fersensporn anlegen – Anleitung & Tipps

Fersensporn mit Kinesiotape behandeln – Wirkung und Anleitung

Der Fersensporn ist eine der häufigsten Ursachen für Fersenschmerzen – besonders morgens beim ersten Auftreten oder nach längerem Stehen. Kinesiotape kann helfen, die Plantarfaszie zu entlasten und die Schmerzen deutlich zu reduzieren. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du das Tape richtig anlegst, welche Techniken es gibt und was du dabei beachten musst.

Was ist ein Fersensporn?

Ein Fersensporn ist ein knöcherner Fortsatz am Fersenbein, der durch chronische Reizung der Plantarfaszie entsteht. Die Plantarfaszie ist eine Sehnenplatte, die von der Ferse bis zu den Zehengrundgelenken verläuft und das Längsgewölbe des Fußes stützt.

Typische Symptome

  • Stechender Schmerz an der Ferse – besonders morgens beim ersten Schritt
  • Anlaufschmerz nach Ruhephasen
  • Druckempfindlichkeit am Fersenbereich
  • Schmerzen nach längerem Stehen oder Laufen

Ursachen und Risikofaktoren

  • Übergewicht und erhöhte Belastung
  • Falsches oder abgelaufenes Schuhwerk
  • Intensive sportliche Belastung (Laufen, Springen)
  • Verkürzung der Wadenmuskulatur und Achillessehne
  • Hohlfuß oder Plattfuß

Wie hilft Kinesiotape beim Fersensporn?

Kinesiotape kann beim Fersensporn auf mehreren Wegen helfen:

  • Entlastung der Plantarfaszie: Durch den Zug des Tapes wird die Plantarfaszie mechanisch entlastet.
  • Schmerzreduktion: Die Liftwirkung des Tapes auf die Haut verbessert den Lymphabfluss und reduziert Druck auf Schmerzrezeptoren.
  • Verbesserung der Fußgewölbeunterstützung: Das Tape stabilisiert das Fußlängsgewölbe und verteilt Belastungen gleichmäßiger.
  • Muskuläre Entspannung: Die Anlage auf der Wadenmuskulatur unterstützt deren Entspannung und reduziert Zugreize auf die Ferse.

Methode 1: Plantarfaszien-Entlastungstechnik

Diese Grundtechnik entlastet direkt die Plantarfaszie und ist die wirksamste Methode bei akuten Fersenschmerzen.

Was du brauchst

  • 1 Streifen Kinesiotape, ca. 30–35 cm lang (Breite: 5 cm)
  • 1 kurzer Querstreifen zur Verankerung (ca. 10 cm)

Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Vorbereitung: Fuß reinigen und trocknen. Ggf. Fußsohlenhaare rasieren.
  2. Ausgangsposition: Fuß in maximaler Dorsalextension (Zehen zur Tibia ziehen) halten.
  3. Anker setzen: Das Ende des Tapes ohne Dehnung unter den Zehengrundgelenken befestigen.
  4. Hauptzug: Das Tape mit 50–75% Dehnung entlang der Fußsohle zur Ferse führen.
  5. Fersenende: Das letzte Stück (ca. 3–4 cm) ohne Dehnung an der Ferse befestigen.
  6. Aktivieren: Tape durch Reiben mit der Handfläche aktivieren (Reibungswärme).

Methode 2: Fächer-Technik für die Ferse

Die Fächer-Technik ist ideal bei ausgeprägten Fersenschmerzen und bietet eine rundum Entlastung des Fersenbereichs.

Vorbereitung

Schneide einen 20 cm langen Streifen Kinesiotape in 4–5 gleichmäßige Längsstreifen, sodass etwa 3–4 cm am Anfang als Anker unverletzt bleiben.

Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Anker: Den unverletzten Teil des Fächers ohne Dehnung an der Ferse befestigen.
  2. Fächerstreifen: Die einzelnen Streifen fächerförmig unter der Ferse verteilen – über die Fußsohle ziehen, leicht gedehnt (25–50%).
  3. Abschluss: Alle Enden ohne Dehnung an der Fußsohle befestigen.
  4. Fixierung: Einen zusätzlichen Querstreifen über alle Fächerenden legen.

Methode 3: Wadenmuskel-Taping zur Unterstützung

Da verkürzter Wadenmuskel häufig zur Entstehung des Fersensporns beiträgt, kann ein ergänzendes Wadenmuskel-Taping die Wirkung deutlich verstärken.

Schritt-für-Schritt Anleitung

  1. Ausgangsposition: Knie gestreckt, Fuß maximal dorsal flektiert (Ferse nach unten, Zehen hochziehen).
  2. Anker: Tape-Ende ohne Dehnung an der Ferse ansetzen.
  3. Hauptverlauf: Mit 15–25% Dehnung die Wadenrückseite hinaufführen.
  4. Oberes Ende: Ohne Dehnung kurz unter der Kniekehle befestigen.

Häufige Fehler beim Fersensporn-Taping

  • Zu wenig Fußdehnung: Wenn der Fuß beim Anlegen nicht dorsal flektiert ist, entfaltet das Tape keine Wirkung.
  • Falsche Zugrichtung: Das Tape muss von den Zehengrundgelenken zur Ferse verlaufen – nicht umgekehrt.
  • Zu starke Dehnung am Anfang/Ende: Anker und Endstücke müssen immer ohne Dehnung angebracht werden, sonst entstehen Blasen.
  • Schlechte Hautpflege: Ölige oder feuchte Haut verhindert gute Haftung.

Tipps für optimale Wirkung

  • Tape morgens anlegen, bevor du aufstehst – so schützt es beim ersten Schritt
  • Begleitend Dehnübungen der Wadenmuskulatur und Plantarfaszie durchführen
  • Einlagen in Schuhe verwenden, um die Ferse zu entlasten
  • Tape alle 3–5 Tage wechseln oder bei nachlassender Haftung
  • Barfuß laufen auf hartem Untergrund während der Behandlung vermeiden

Wann sollte ich zum Arzt?

Kinesiotape ist eine unterstützende Maßnahme. Bei folgenden Anzeichen solltest du ärztlichen Rat suchen:

  • Schmerzen nehmen trotz Taping und Schonung nicht ab
  • Starke Schwellung oder Rötung im Fersenbereich
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln im Fuß
  • Symptome bestehen länger als 6–8 Wochen

Fazit

Kinesiotape ist eine effektive, kostengünstige Methode zur Linderung von Fersenspornen. Mit der richtigen Anlagetechnik kannst du die Plantarfaszie gezielt entlasten und die Heilung unterstützen. Kombiniere das Taping mit Dehnübungen, geeignetem Schuhwerk und ggf. Einlagen für das beste Ergebnis.

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